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Züri Velo – Bereits über 1 Million Fahrten

 

 

Die Schaffung eines Veloverleihnetzes in der Stadt Zürich geht auf einen Gemeinderats-Vorstoss aus dem Jahr 2007 zurück. 2014 schrieb die Stadt das Netz aus, im Februar 2015 erhielt die PubliBike AG den Zuschlag. Ein Rechtsstreit um die Vergabe verzögerte die Planung um zwei Jahre. Im Juni 2017 konnte das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement nach einem Bundesgerichtsentscheid die Nutzungskonzession erteilen und grünes Licht geben für die Detailplanung. Im März 2018 begann die Installation der ersten 30 Stationen. Seit der Eröffnung am 6. April 2018 wurde das «Züri Velo»-Netz laufend ausgebaut. Mit 150 Stationen und über 2000 Velos, davon rund 1000 E-Bikes, ist der Aufbau des Verleihsystems für die Stadt gemäss öffentlicher Ausschreibung und Vertrag mit PubliBike erfüllt. Der Stadtrat hat daher dem Gemeinderat die Abschreibung der Motion beantragt.

 

Laufend dem Bedarf angepasstes Netz

Im «Züri Velo»-Verleihnetz können weitere Stationen dazukommen, wenn die Stadt oder ein Firmenkunde das wünscht und die Finanzierung nachgewiesen ist. Zudem wird das bestehende Netz periodisch und punktuell weiter dem Bedarf der Nutzerinnen und Nutzer angepasst: Schwach genutzte Stationen werden verschoben, um stark genutzte zu entlasten oder neue Einzugsgebiete zu erschliessen.

 

Insgesamt gab es im «Züri Velo»-Netz bisher rund 1 Million Fahrten. Mit täglich bis zu 200 Ausleihen belegen die beiden Stationen ETH Zentrum und Sihlpost die Spitzenplätze. Eine durchschnittliche Fahrt dauert 16 Minuten. Von 7 bis 9 Uhr und 16 bis 18 Uhr erfolgen die meisten Fahrten. Die Netzwartung «Züri Velo», ein Arbeitsintegrationsbetrieb der Stadt Zürich, sorgt im Auftrag von PubliBike für den Unterhalt des Netzes.

Die Flotte besteht je zur Hälfte aus E-Bikes und konventionell angetriebenen Fahrrädern. Der Aluminiumrahmen der Bikes ist leicht und stabil. Die Bikes wurden speziell für das Bikesharing entwickelt und sind kleiner und dadurch wendiger als übliche Velos. Dank eines einfachen Zugangssystems mit App, Internet, SwissPass und Kreditkarten richten sich die Smartphone-tauglichen Stationen sowohl an regelmässige als auch spontane Nutzerinnen und Nutzer.

Der Stadt Zürich entstehen keine Kosten, da «Züri Velo» über Sponsoringbeiträge, Werbung und Kundeneinnahmen finanziert wird. Hauptsponsoren sind die Zürcher Kantonalbank und das ewz. Den Betrieb inklusive Wartung stellt im Auftrag von PubliBike die Arbeitsintegration der Sozialen Einrichtungen und Betriebe der Stadt Zürich sicher.

 

www.publibike.ch

 

 

Die Geschichte der Offenen Rennbahn Oerlikon

 

Die Offene Rennbahn Oerlikon ist am 25. August 1912 eröffnet worden. Sie löste die Radrennbahn Hardau ab, die am 9. November 1911 schliessen und einer Kiesgrube weichen musste. Heute ist die Offene Rennbahn Oerlikon die älteste Sportarena der Schweiz, die noch in Betrieb steht.

Mit ihrer 333,333 Meter langen und neun Meter breiten Piste mit einer Kurvenneigung von 44,5 Grad ist die Offene Rennbahn Oerlikon eine der wenigen Radrennbahnen der Schweiz, die für nationale und internationale Wettbewerbe zugelassen sind. Sie dient Nachwuchs- und Elitefahrern, aber auch Hobbyfahrern heute noch als hochwillkommene Ausbildungs- und Trainingsstätte. Jeden Dienstagabend finden jeweils von Mai bis Ende September Radrennmeetings statt, an denen die Athleten wertvolle Rennerfahrungen sammeln. Montags bis freitags finden regelmässig Trainings statt.

 

Bedeutende Sportarchitektur

 

Die Offene Rennbahn Oerlikon gilt weltweit als eine der ältesten Spannbetonkonstruktionen. 100 Jahre nach ihrer Eröffnung ist sie weiterhin von grosser architektonischer Bedeutung. Ihre auf die Funktion reduzierte schlanke Eisenbetonkonstruktion mit elegantem Tragwerk und ovaler Fahrbahn macht sie zu einem wichtigen Zeitzeugen der Sportarchitektur und des Schweizer Radrennsports.

Als sich das Ende der dammartig aufgeschütteten Radrennbahn Hardau abzeichnete, wurden der damalige Oerliker Strassenbahndirektor Guido Meyer, der Oerliker Gemeindepräsident Albert Rathgeb und der Präsident des Schweizerischen Radfahrerbundes, Willy Wichmann, aktiv. Sie gründeten am 2. März 1912 die Sportplatzgesellschaft Oerlikon, die kurz darauf ein unbebautes Grundstück erwarb.

Schon 1911 war der Architekt Richard Ludwig in Leipzig mit der Projektierung einer Radrennbahn in Oerlikon beauftragt worden. Das Projekt, das Ludwig am 16. Dezember 1911 vorlegte, sah die heute noch stehende Rennbahn vor, daneben eine Haupttribüne aus Holzfachwerk mit 500 gedeckten Sitzplätzen sowie zwei Kurventribünen. Insgesamt bot die Anlage 4500 Zuschauern Platz.

 

Wechselnde Besitzverhältnisse

 

Mit dem Bau der Offenen Rennbahn Oerlikon wurde das Ingenieurbüro Sander & Cie. In Zürich betraut. Am 11. März 1912, neun Tage nach der Gründung der Sportplatzgesellschaft Oerlikon, war Baubeginn. Nach nur fünf Monaten Bauzeit wurde die Offene Rennbahn Oerlikon am

25. August 1912 in Betrieb genommen. Nun begann ihre wechselvolle Geschichte. Diese ist geprägt von vielen Besitzerwechseln. 1921 kaufte ein Davoser Ringer-Weltmeister die Anlage, 1923 ein Juwelier. 1941 kam sie in die Hände von Spekulanten. Prompt drohte erstmals der Abbruch der Bahn.

1951 kaufte die Stadt Zürich die Offene Rennbahn. Damit kehrte vorübergehend etwas Sicherheit ein. Doch schon 1971 bestand erneut Abbruchgefahr, und zwar wegen der gescheiterten Pläne, in Zürich Olympische Winterspiele durchzuführen und eine U-Bahn zu bauen. Die Stadt Zürich liess die Betonpiste in den späten 1970er-Jahren zwar renovieren, doch misslang die Arbeit eines einheimischen Baugeschäfts derart, dass die Geraden anschliessend mit grossem Aufwand wieder befahrbar gemacht werden mussten. Zudem stellte die Stadt die 19 860 Quadratmeter grosse Anlage 1986 unter Denkmalschutz, entliess sie aber schon 1990 wieder aus dem Inventar schützenswerter Bauten. Das Gelände wurde von der Freihalte- in eine Wohnbauzone umgezont. Seither lösten sich mehrere Umnutzungs- und Überbauungspläne ab.

1972 pachtete der frühere Radrennfahrer Hans Maag die Bahn und sorgte aufopfernd für Betrieb und Unterhalt. Nach seinem unerwarteten Tod 1983 wurde Tour-de-Suisse- und Hallenstadion-Direktor Sepp Voegeli Chef der Offenen Rennbahn. 1990 folgte Hallenstadion-Direktor Werner Benz, 1998 der zehnfache Rad-Weltmeister Urs Freuler.

 

Verein Freunde der Offenen Rennbahn Oerlikon

 

Seit 2003 sorgt die Interessengemeinschaft Offene Rennbahn Oerlikon (IGOR) um Alois Iten für regelmässigen Renn- und Trainingsbetrieb – unterstützt von ehrenamtlichen Helfern, Werbepartnern und Sponsoren. Eine wichtige Rolle im Hintergrund spielt der Verein Freunde der Offenen Rennbahn Oerlikon. Die Anstrengungen tragen Früchte. Seit die Bahn von der IGOR betrieben wird, steigen die Zahlen der Veranstaltungen und der Zuschauer von Jahr zu Jahr an. Im Jubiläumsjahr 2012 gab es einen Besucherrekord.

In ihrer zehnten Saison, im Jubiläumsjahr 2012, holte die IGOR dank Sponsoren die Steher-Europameisterschaft nach Oerlikon. Damit sollte eine alte Tradition wiederbelebt werden. Denn die Offene Rennbahn Oerlikon war in ihrer Geschichte häufig Austragungsstätte wichtiger internationaler Wettbewerbe. So wurde im Oerliker Beton­oval insgesamt acht Mal die Bahn-Radweltmeisterschaft ausgetragen, nämlich 1923, 1929, 1936, 1946, 1953, 1961, 1983 und 1986 – so wie auf keiner anderen Rennbahn. Die Steher-EM 2012 konnte leider nicht durchgeführt werden: Dreitägiger Dauerregen verhinderte das Vorhaben.

 

www.rennbahn-oerlikon.ch

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Briefmarken zum Velo-Jubiläum

 

Die Post brachte im März 2017 anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Velos Sonderbriefmarken heraus.

Der Erfinder Karl Drais lenkte am 12. Juni 1817 erstmals sein Laufrad durch Mannheim. Die Post feiert diesen Event mit den zwei schwarz-weiss gehaltenen 1-Franken-Sondermarken. Abgebildet ist jeweils eine Draisine und ein aktuelles Rennvelo. Bei der einen Marke ist die Draisine im Vordergrund zu sehen, bei der anderen das Rennvelo. Gestaltet haben die Briefmarken Martin Brunner und Roger Zürcher vom Vaudeville Studios mit Sitz in Zürich.