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Velostation Europaplatz startet mit Gratis-Aktion

 

 

Die bewachte Velostation Europaplatz wurde am 19. September 2017 eröffnet und bietet Platz für rund 1600 Velos. Die grösste Velostation in der Stadt Zürich kommt der Nachfrage nach trockenen, sicheren und gut erschlossenen Veloabstellplätzen am Hauptbahnhof nach. Bis Ende Oktober 2017 ist das Parkieren gratis.

Die neue unterirdische Velostation Europaplatz mit eigener Zufahrtsrampe in der Kasernenstrasse, einem Treppenaufgang auf den Europaplatz und einer Stossrampe in die Europaallee bietet rund 1600 überwachte Veloabstellplätze.

Mit Doppelstockanlagen sind die Abstellplätze übersichtlich angeordnet. Für Spezialvelos wie Fahrräder mit integrierten Anhängern oder Liegevelos ist ein gesonderter Bereich vorgesehen. E-Bikes können nahe der Empfangsloge an Abstellplätzen mit Steckdose aufgeladen werden. Eine bediente Loge (Aboverkauf, Information), eine Velowerkstatt mit Ersatzteilverkauf, Schliessfächer, eine Pumpstation und eine Reparatur-Ecke zur freien Nutzung runden das Angebot der Station ab.

Die starken räumlichen und zeitlichen Abhängigkeiten mit den Projekten in der Europaallee und der Durchmesserlinie setzten eine enge Zusammenarbeit mit der SBB voraus. Der Bauprozess konnte optimiert werden, indem die SBB den Rohbau für die Stadt erstellte. Der Ausbau erfolgte anschliessend durch die Stadt.

Mit der Eröffnung der ersten von zwei Velostationen und mit der Planung des Velotunnels unter dem Hauptbahnhof kommt der Stadtrat der Motion (GR Nr. 2006/256) sowie dem Masterplan Velo nach. Die Motion war von den damaligen Gemeinderäten Bastien Girod und Daniel Leupi eingereicht worden.

 

Probe-Abo

 

Zuständig für den Betrieb der Velostation Europaplatz ist Züri rollt, ein Arbeitsintegrationsprogramm der Stadtzürcher Fachorganisation AOZ. Für das automatische Zutrittssystem und die 24-Stunden-Kameraüberwachung arbeitet Züri rollt mit der Parking Zürich AG zusammen. Aufsichtspersonen befinden sich von Montag bis Samstag zwischen 6 und 22 Uhr sowie am Sonntag von 8 bis 22 Uhr in der Veloabstellanlage. Mit einem Abonnement oder einem gültigen Einzeleintritt ist die Velostation jederzeit zugänglich. Der Betrieb der provisorischen Velostation Postbrücke wird auf Ende September 2017 eingestellt.

Bis 31. Oktober 2017 kann die Station mit einem Probe-Abo kostenlos benutzt werden, damit sich die Velopendlerinnen und -pendler ein Bild von der neuen Station machen können. Danach sind Abo-Kosten von 180 Franken für ein Jahr und 20 Franken für einen Monat vorgesehen sowie 2 Franken für ein Einzelticket für 24 Stunden.

Stadtrat Filippo Leutenegger betonte bei der Einweihung die Wichtigkeit von Veloabstellplätzen für das Verkehrssystem, vor allem an Bahnhöfen seien sie als Zubringer zum öffentlichen Verkehr matchentscheidend: «Diese Abstellplätze am Hauptbahnhof sind ein Meilenstein in der Veloförderung und in der Umsetzung von Stadtverkehr 2025».

Die in der Motion 2006 geforderte zweite Velostation ist in Planung. Die öffentliche Planauflage des Stadttunnels mit einer Velostation von rund 1100 Veloabstellplätzen wurde im Sommer 2017 durchgeführt. Gegen das Projekt wurden Rechtsmittel ergriffen. Der Baubeginn hängt vom Ausgang der Rechtsverfahren ab und ist frühestens für 2018 geplant. Die Bauzeit dauert rund zwei Jahre.

Die Stadt Zürich trägt die gesamten Objektkosten von 13,51 Millionen Franken für die Velostation Europaplatz, wobei sie im Rahmen des Agglomerationsprogramms 1. Generation mit einem Beitrag von rund einem Drittel unterstützt wird.

 

(Medienmitteilung des Tiefbau- und Entsorgungsdepartement)

 

 

Die Geschichte der Offenen Rennbahn Oerlikon

 

Die Offene Rennbahn Oerlikon ist am 25. August 1912 eröffnet worden. Sie löste die Radrennbahn Hardau ab, die am 9. November 1911 schliessen und einer Kiesgrube weichen musste. Heute ist die Offene Rennbahn Oerlikon die älteste Sportarena der Schweiz, die noch in Betrieb steht.

Mit ihrer 333,333 Meter langen und neun Meter breiten Piste mit einer Kurvenneigung von 44,5 Grad ist die Offene Rennbahn Oerlikon eine der wenigen Radrennbahnen der Schweiz, die für nationale und internationale Wettbewerbe zugelassen sind. Sie dient Nachwuchs- und Elitefahrern, aber auch Hobbyfahrern heute noch als hochwillkommene Ausbildungs- und Trainingsstätte. Jeden Dienstagabend finden jeweils von Mai bis Ende September Radrennmeetings statt, an denen die Athleten wertvolle Rennerfahrungen sammeln. Montags bis freitags finden regelmässig Trainings statt.

 

Bedeutende Sportarchitektur

 

Die Offene Rennbahn Oerlikon gilt weltweit als eine der ältesten Spannbetonkonstruktionen. 100 Jahre nach ihrer Eröffnung ist sie weiterhin von grosser architektonischer Bedeutung. Ihre auf die Funktion reduzierte schlanke Eisenbetonkonstruktion mit elegantem Tragwerk und ovaler Fahrbahn macht sie zu einem wichtigen Zeitzeugen der Sportarchitektur und des Schweizer Radrennsports.

Als sich das Ende der dammartig aufgeschütteten Radrennbahn Hardau abzeichnete, wurden der damalige Oerliker Strassenbahndirektor Guido Meyer, der Oerliker Gemeindepräsident Albert Rathgeb und der Präsident des Schweizerischen Radfahrerbundes, Willy Wichmann, aktiv. Sie gründeten am 2. März 1912 die Sportplatzgesellschaft Oerlikon, die kurz darauf ein unbebautes Grundstück erwarb.

Schon 1911 war der Architekt Richard Ludwig in Leipzig mit der Projektierung einer Radrennbahn in Oerlikon beauftragt worden. Das Projekt, das Ludwig am 16. Dezember 1911 vorlegte, sah die heute noch stehende Rennbahn vor, daneben eine Haupttribüne aus Holzfachwerk mit 500 gedeckten Sitzplätzen sowie zwei Kurventribünen. Insgesamt bot die Anlage 4500 Zuschauern Platz.

 

Wechselnde Besitzverhältnisse

 

Mit dem Bau der Offenen Rennbahn Oerlikon wurde das Ingenieurbüro Sander & Cie. In Zürich betraut. Am 11. März 1912, neun Tage nach der Gründung der Sportplatzgesellschaft Oerlikon, war Baubeginn. Nach nur fünf Monaten Bauzeit wurde die Offene Rennbahn Oerlikon am

25. August 1912 in Betrieb genommen. Nun begann ihre wechselvolle Geschichte. Diese ist geprägt von vielen Besitzerwechseln. 1921 kaufte ein Davoser Ringer-Weltmeister die Anlage, 1923 ein Juwelier. 1941 kam sie in die Hände von Spekulanten. Prompt drohte erstmals der Abbruch der Bahn.

1951 kaufte die Stadt Zürich die Offene Rennbahn. Damit kehrte vorübergehend etwas Sicherheit ein. Doch schon 1971 bestand erneut Abbruchgefahr, und zwar wegen der gescheiterten Pläne, in Zürich Olympische Winterspiele durchzuführen und eine U-Bahn zu bauen. Die Stadt Zürich liess die Betonpiste in den späten 1970er-Jahren zwar renovieren, doch misslang die Arbeit eines einheimischen Baugeschäfts derart, dass die Geraden anschliessend mit grossem Aufwand wieder befahrbar gemacht werden mussten. Zudem stellte die Stadt die 19 860 Quadratmeter grosse Anlage 1986 unter Denkmalschutz, entliess sie aber schon 1990 wieder aus dem Inventar schützenswerter Bauten. Das Gelände wurde von der Freihalte- in eine Wohnbauzone umgezont. Seither lösten sich mehrere Umnutzungs- und Überbauungspläne ab.

1972 pachtete der frühere Radrennfahrer Hans Maag die Bahn und sorgte aufopfernd für Betrieb und Unterhalt. Nach seinem unerwarteten Tod 1983 wurde Tour-de-Suisse- und Hallenstadion-Direktor Sepp Voegeli Chef der Offenen Rennbahn. 1990 folgte Hallenstadion-Direktor Werner Benz, 1998 der zehnfache Rad-Weltmeister Urs Freuler.

 

Verein Freunde der Offenen Rennbahn Oerlikon

 

Seit 2003 sorgt die Interessengemeinschaft Offene Rennbahn Oerlikon (IGOR) um Alois Iten für regelmässigen Renn- und Trainingsbetrieb – unterstützt von ehrenamtlichen Helfern, Werbepartnern und Sponsoren. Eine wichtige Rolle im Hintergrund spielt der Verein Freunde der Offenen Rennbahn Oerlikon. Die Anstrengungen tragen Früchte. Seit die Bahn von der IGOR betrieben wird, steigen die Zahlen der Veranstaltungen und der Zuschauer von Jahr zu Jahr an. Im Jubiläumsjahr 2012 gab es einen Besucherrekord.

In ihrer zehnten Saison, im Jubiläumsjahr 2012, holte die IGOR dank Sponsoren die Steher-Europameisterschaft nach Oerlikon. Damit sollte eine alte Tradition wiederbelebt werden. Denn die Offene Rennbahn Oerlikon war in ihrer Geschichte häufig Austragungsstätte wichtiger internationaler Wettbewerbe. So wurde im Oerliker Beton­oval insgesamt acht Mal die Bahn-Radweltmeisterschaft ausgetragen, nämlich 1923, 1929, 1936, 1946, 1953, 1961, 1983 und 1986 – so wie auf keiner anderen Rennbahn. Die Steher-EM 2012 konnte leider nicht durchgeführt werden: Dreitägiger Dauerregen verhinderte das Vorhaben.

 

www.rennbahn-oerlikon.ch

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Briefmarken zum Velo-Jubiläum

 

Die Post brachte im März 2017 anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Velos Sonderbriefmarken heraus.

Der Erfinder Karl Drais lenkte am 12. Juni 1817 erstmals sein Laufrad durch Mannheim. Die Post feiert diesen Event mit den zwei schwarz-weiss gehaltenen 1-Franken-Sondermarken. Abgebildet ist jeweils eine Draisine und ein aktuelles Rennvelo. Bei der einen Marke ist die Draisine im Vordergrund zu sehen, bei der anderen das Rennvelo. Gestaltet haben die Briefmarken Martin Brunner und Roger Zürcher vom Vaudeville Studios mit Sitz in Zürich.