STADT BERN

Velohauptstadt Bern ist lanciert

 

Velohauptstadt Bern – dieses Ziel verfolgt der Berner Gemeinderat im Rahmen der Velo-Offensive. Bis ins Jahr 2030 soll der Veloanteil am Gesamtverkehr von heute rund 11 auf 20 Prozent gesteigert werden. So hat der Veloverkehr doch das Potential, die prognostizierte starke Verkehrszunahme in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem öffentlichen Verkehr auffangen zu können.

Bereits Ende 2014 entschied der Gemeinderat, die Velo-Offensive mit einem verwaltungsinternen Prozess zu starten. Direktionsübergreifende Arbeitsgruppen haben ein ganzes Paket mit kleineren und grösseren Massnahmen zur Förderung des Veloverkehrs erarbeitet. Diese zielen auf den Ausbau einer attraktiven und sicheren Velo-Verkehrsinfrastruktur und gleichzeitig soll eine nachhaltige Velo- und Mobilitätskultur entwickelt werden.

 

Zusammen unterwegs

 

Ende 2015 hat der Gemeinderat die Umsetzung der Velo-Offensive beschlossen. Dabei sollen die erarbeiteten Massnahmen in einem breit abgestützten partizipativen Prozess optimiert und ergänzt werden. Der Start-Anlass zur Partizipation der Velo-Offensive fand Ende Juni 2016 mit über 120 Personen statt. Teilnehmende waren sämtliche Interessenvertreterinnen und -vertreter, politischen Parteien und Quartierorganisationen.

Bis Ende 2016 wurden fünf Partizipationsveranstaltungen zu Themen wie Veloabstellplätze, Velorouten, Velo & ÖV, Dienstleistungs- und Fördermass­nahmen sowie Sensibilisierungsmassnahmen und Kampagnen durchgeführt. An den gut besuchten Veranstaltungen konnten bereits zahlreiche wertvolle Rückmeldungen und Inputs zu den Vorhaben der Velo-Offensive eingeholt werden. Ein wichtiger Bestandteil der Partizipation ist auch die Bildung eines Netzwerkes unter den verschiedenen Akteuren. So können gewisse Massnahmen gemeinsam umgesetzt werden.

Mit dem Start der Partizipation hat die Velo-Offensive auch ein «Gesicht» bekommen, welches das Ziel der Velohauptstadt zum Ausdruck bringt. Die Submarke «Velohauptadt» soll bei sämtlichen Massnahmen im Rahmen der Velo-Offensive zur Anwendung kommen und dieser so ein gemeinsames Dach geben.

Im 2017 werden weitere Partizipationsveranstaltungen stattfinden. Der Gemeinderat wird im 2018 Bilanz ziehen und über das weitere Vorgehen im Rahmen der Velo-Offensive entscheiden.

 

 

 

Fachstelle Fuss- und Veloverkehr

 

Parallel zum Partizipationsprozess wurde 2016 eine Reihe von Veloförderungsmassnahmen umgesetzt oder weiter vorangetrieben. Dazu zählen auch die Massnahmen und Aktivitäten der Fachstelle Mobilitätsberatung und des Sportamts. Für die Planung der Infrastrukturvorhaben zur Veloförderung ist die Fachstelle Fuss- und Veloverkehr zuständig. Weiter bringt sie die Anliegen des Fuss- und Veloverkehrs in Gesamtverkehrskonzepten der Verkehrsplanung sowie in Drittprojekte ein und ist Ansprechpartnerin für Fragen im Bereich des Fuss- und Veloverkehrs. Im Jahr 2016 konnte die Fachstelle personell aufgestockt werden.

 

Im Bereich der grösseren Infrastrukturprojekte wurden 2016 wichtige Meilensteine erreicht:

 

• Anfang März 2016 konnte die Velostation PostParc eingeweiht werden. Sie bietet Platz für 1000 zusätzliche Veloabstellplätze in unmittelbarer Bahnhofsnähe. Der Kundschaft stehen die gleichen Dienstleistungen zur Verfügung wie bei den bestehenden Velostationen: Veloreinigung, kleinere Reparaturen, Ladestationen für E-Bikes, etc. Für den Betrieb ist – wie bei den übrigen Velostationen – das Kompetenzzentrum Arbeit zuständig. 25 Erwerbslose erhalten so in der Velostation PostParc die Möglichkeit, sich wieder in den Arbeitsmarkt einzugliedern.

• Ein weiterer Meilenstein wurde im Juni 2016 mit der Eröffnung der bern- und schweizweit ersten Velohauptroute erreicht. Zwischen dem Bahnhof und dem Wankdorfplatz wurden dafür bauliche Massnahmen, Markierungen und Sig­nalisationen realisiert. Dank diesen können die Velofahrerinnen und Velofahrer neu durchgehend entweder auf einem breiten Velostreifen, auf einem eigenen Veloweg oder – zusammen mit dem öffentlichen Verkehr – auf einer Umweltspur zirkulieren. Je nach Platzverhältnissen ist die Velospur bis zu

3,5 Meter breit. Weiter wurde die Lichtsignalsteuerung so angepasst, dass Velofahrerinnen und Velofahrer in den flachen Partien bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern dank grüner Welle möglichst durchgängig vorankommen. Die Velohauptrote Wankdorf ist der erste Schritt hin zu einem umfassenden Velonetz in der Stadt Bern. Im 2017 ist als zweiter Schritt die Realisierung der Velohauptroute Bern-Köniz vorgesehen.

• Ebenfalls Bestandteil dieses Velonetzes ist die Fuss- und Velobrücke Breitenrain-Länggasse. Diese schliesst eine wichtige Lücke in der tangentialen Veloverbindung rund um das Stadtzentrum. In einem nächsten Schritt wird bis 2017 im Rahmen eines Wettbewerbs ein konkretes Brückenprojekt erarbeitet.

• Mit der konkreten Planung kann auch beim Veloverleihsystem gestartet werden. Nachdem das Bundesgericht der Beschwerde des unterlegenen Anbieters die aufschiebende Wirkung nicht gewährte, kann nun die Planung der 200 Ausleihstationen in die Hand genommen werden. Das Veloverleihsystem, welches insgesamt 2400 Velos – davon die Hälfte E-Bikes – vorsieht, soll gemäss Planung per Mitte 2018 in Betrieb gehen.

 

Daneben konnten 2016 auch eine Reihe von kleineren und mittleren Vorhaben umgesetzt werden:

 

• Die Stadt Bern beteiligt sich am Projekt des Bundes zu so genannten Velo­strassen. Die Velostrassen sollen ihren Nutzerinnen und Nutzern in erster Linie als «Velo-Komfortrouten» in den Quartieren dienen und ein sicheres und möglichst unterbruchsfreies Vorankommen ermöglichen. Dazu wird auf den beiden Strecken der Rechtsvortritt aufgehoben. Im Rahmen eines nationalen Pilotbetriebs wurden in Bern zwei Velostrassen in Betrieb genommen: Erlachstrasse-Freiestrasse in der Länggasse und Beundenfeldstrasse-Militärstrasse im Breitenrainquartier. 2018 sollen die Erfahrungen ausgewertet und über die definitive Einführung des neuen Verkehrsregimes befunden werden.

• Installation von öffentlichen Velopumpen. An neun Standorten lassen sich zu jeder Tages- und Nachtzeit rasch und bequem Velopneus aufpumpen. Die Velopumpen sind frei zugänglich, über die Stadt verteilt und finden sich meist an ÖV-Haltestellen und/oder bei öffentlichen Veloabstellplätzen.

• Anbringen von Markierungen auf der Schanzenbrücke, um genügend Raum für die Fussgängerinnen und Fussgänger sicherzustellen und die Veloabstellplätze besser zu definieren.

• Die 90 provisorischen Veloabstellplätze nördlich der Heiliggeistkirche wurden im Frühjahr 2016 in definitive Plätze umgewandelt.

• Im Breitenrain auf der Viktoriastrasse konnte ein breiter Radstreifen markiert werden.

• Bei verschiedenen Schulhäusern konnte die Veloabstellsituation erheblich verbessert werden.

 

Fachstelle Fuss- und Veloverkehr www.bern.ch